Der Inbegriff eines gehobenen Midcentury-Stils: Sofa aus Entwürfen von dem dänischen Architekten Viggo Boesen (1930er Jahre), links davon die Stehleuchte Tripod (1953) der Dänen Hvidt & Mølgaard. Kombiniert werden die Ikonen mit neuen Entwürfen zeitgenössischer Designstars wie Jamie Hayon. Es geht aber auch günstiger.


Anna Franke ermuntert dazu, dass man sich ganz bewusst auf die Suche nach Originalen oder Unikaten macht. Den Acapulco-Chair, einen mexikanischer Designklassiker aus der Mitte der fünfziger Jahre, hat Anna im Internet gefunden. Es lohnt sich auch, in einem Vintage-Shop in der Nachbarschaft darum zu bitten, dass sich die Profis danach umsehen. Anna Frankes Styling-Tipp: „So ein Unikat macht sich vor allem gut, wenn es speziell in Szene gesetzt wird oder sich durch seine Farbe in den Raum einfügt.“ Hier wird der Stuhl mit seinen Kunststoff-Kordeln kontrastreich mit einem Schaffell kombiniert.


Diese Möbel sind in einer Wohnung in Fürth zu Hause, die Anna Franke für eine Auftraggeberin eingerichtet hat. Annas Empfehlung: Mit geradlinigen klassischen Ordnungssystemen wie dem String-Regalsystem (entworfen 1949, hier an der Stirnwand einer Küche platziert) oder dem Schweizer System USM (1963) kreieren Designkundige in einer Wohnung eine durchgehende stilistische Handschrift. Accessoires-Funde auf dem Flohmarkt oder im Gebrauchtwarenhof, wie hier die grüne Kaffeekanne, machen gute Laune.


Im Schlafzimmer derselben Wohnung in Fürth setzt sich die geradlinige Handschrift mit einem modern und auch etwas poppig interpretierten Schminktisch aus String-Regalen fort. Anna Franke hatte mit viel Geduld danach gesucht. Viele weitere Tipps zum Thema gibt es übrigens auf Instagram unter @greenbirdsstudio. 

Foto: Stringfurniture.com

Die Menschen hinter dem String-Regal: Das schwedische Architektenpaar Nisse Strinning (1917-2006) und Kajsa Strinning (1922-2017) schuf im Jahr 1949 das legendäre String-Regal –   und war noch bis in die 2000er hinein tätig. Das System wurde beständig weiterentwickelt und kann auch heute noch neu gekauft werden.

Foto: Adobe Stock

Eine weitere Empfehlung von Anna Franke: Ein gemusterter Teppich, z. B. aus dem Orient, kann die Basis für das Farbkonzept eines Raums oder einer ganzen Wohnung bilden. In diesem finden sich die warmen Orange- und Brauntöne und das beruhigende Blaugrau des Teppichs in der Wandfarbe, den Hölzern der Vintage-Möbel, der Wandkunst und den Accessoires wieder. Die Wohnszene zeigt auch, was in der generativen Bild-KI bereits möglich ist: Sie wurde vom Computer generiert. 


Auch für diejenigen, die ihrer Umgebung nur einen Hauch Midcentury-Feeling geben möchten, gibt es viele Möglichkeiten. Eine Tischleuchte eignet sich sehr gut und ist bezahlbar, hier im Update „Mustard“: der „Flowerpot“ (1968) von Verner Panton.